Wer von uns Hauptstadt verdorbenen Niederösterreichern, egal ob er/sie eigentlich aus Deutschland, den USA oder tatsächlich aus dem alpinen Nabel der klassischen Musikwelt stammt, kennt nicht die Sehnsucht in den Süden. Das dolce fa niente braucht für den/die gestandene/n Einwohner/in des sommerlich dösenden, stickig dahin miefelnden Wiener Beckens NICHT das italiensche Idiom auf der Speisekarte, viel mehr genügt es dieser besonderen Ethnie bereits die geheime Provinzbarriere,
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– und ich meine hier nicht die trostlose Ebene hinter der SCS – den Wechsel, zu überwinden,
um in den Genuss der enthemmten Urlaubsfreuden zu gelangen: liebliche Gegend, hervorragende Getränke-
und Essenskultur, warme Temperaturen und nix zum Arbeiten.
Dass das natürlich in Wirklichkeit ganz anders ist, die Steirer ein emsiges, kluges Völkchen sind, viel arbeiten, viel bewegen etc., sei dahingestellt.
Wir, von den Gruufmaakers, also der Spezies des Homo sapiens alvei viennensis zuzuzählen, brauchten also im August 2008 eine offizielle Erklärung, um uns in die oben besprochene Region zu begeben. Diesmal war es wieder einmal die Musik. Sagten wir doch selbst überzeugt von unserer „Lüge“, dass wir uns auf ein Probenwochenende zurückziehen wollten.
Im Gästehaus Schrotter, Höch, fanden wir einen wunderbaren Platz, unsere Ideen vom gezielten Nichts-Tun umsetzen zu können. Ein großer, ehemaliger Wirtshaussaal diente uns als bequemer Proberaum, Hermine Schrotter war eine außerordentlich nette Gastgeberin, die uns in allen Bereichen zur Hilfe war, ob es nun ums gemeinsame Frühstück oder um eine Reservierung bei einer Buschenschank o. ä. ging.
Nach drei intensiven Probentagen – mit dem süßen Faulenzen ist fast nichts geworden – spielten wir auf dem Festplatz in Kitzeck beim Weinmuseum einen ‚Abschluss-Gig’. Das Wetter hatte uns einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht, nach dem Soundcheck begann es leicht zu regnen. So waren auch nicht die wahren Menschenmassen im Publikum, trotz dessen es danach keinen Regen mehr gab, die Lufttemperatur war aber gar nicht sommerlich. Die 80 bis 100 Verwegenen, die doch da waren, feierten mit uns einen frischen, lustbetonten, ‚coolen’ Auftritt.
Im nächsten Jahr werden wir uns wieder selbst belügen, Urlaub machen wollen und dann aber wieder in die Steiermark üben fahren. Sicher!